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Gemüse

Im Supermarkt reiht es sich in bester Form und Farbe für die Kunden auf, bereit gekauft und verspeist zu werden, Gemüse und Obst. Meist wartet es gleich am Eingang und soll mit seiner Perfektion Frische und gesunde Ernährung verkörpern. Doch ein jeder weiß, dass es Mutter Natur nicht immer unbedingt so genau nimmt, was auch gut ist. So kann die Paprika schon mal eine kleine Delle haben oder die eine Gurke krummer als die andere sein.

Wohingegen diese Formen in freier Natur wie gesagt keine Seltenheit darstellt, findet man diese im Geschäft so gut wie nie vor. Doch was passiert mit dem aussortierten Gemüse oder Obst? Wir sagen es Dir!

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Die inzwischen abgeschaffte Verordnung Nr. 1677/88/EWG sorgte vor noch ein paar Jahren für hitzige Diskussionen. Die im Volksmund auch als Gurkenverordnung betitelte EU Vorschrift regelt mit genauen Vorgaben die Handelsnorm der Salatgurke. Diese beinhaltete unter anderem wie krumm eine Gurke sein durfte, um es in den freien Handel zu schaffen. Auch wenn diese Norm inzwischen wie gesagt abgeschafft wurde, erfüllt das meiste Gemüse im Handel den damaligen Standard. So kommt es, dass rund ein 1/3 des geernteten Gemüses vernichtet wird. Aus diesem Grund kann man heutzutage regelrecht von einem Gemüse Schönheitswahn sprechen.

Das Schlimmste an der ganzen Sache ist, dass dieser Wahn völlig unberechtigt ist. Gemüse oder Obst, welches optisch nicht optimal scheint, ist weder schlecht oder minderwertig geschweigen denn im Geschmack ungenießbar. Dieses kann man ohne Bedenken sorglos essen.

Wie bereits erwähnt handelt es sich meist um einfache und kleine Schönheitsfehler, die keinerlei Einfluss auf die Qualität haben.

Was passiert also mit dem “krummen Gemüse?”

Ein Teil wird zu Produkte weiterverarbeitet, bei denen die Optik eine geringere Bedeutung beigepflichtet wird, wie beispielsweise Mus.

Aber ein Großteil wird tatsächlich direkt nach der Ernte beseitigt mit der einfachen Begründung, dass dieses nicht der Norm entspreche. Doch was passiert mit dem Rest? Um der Verschwendung von Lebensmittel den Kampf anzusagen haben sich ein paar engagierte Köpfe zusammengetan und Projekte wie The Good Food gegründet. Slogan und zugleich die perfekte Beschreibung der Ziele und Absichten des Ladens ist – “Liebe auf den zweiten Blick”.

The Good Food beschreibt sich selbst als “Laden in dem Du mit einem Einkauf Lebensmittel retten kannst. Wir sorgen dafür, dass aussortierte aber noch köstliche Lebensmittel auf dem Teller anstatt in der Tonne landen.” Das eigens entwickelte Ladenkonzept beinhaltet primär den Verkauf von Lebensmittel:

  • welche das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben aber trotzdem noch unbedenklich genießbar sind
  • zu kleines oder krummes Gemüse und Obst

Hierfür geht das Team hinter The Good Food selbst zu kooperierenden Landwirten auf das Feld und macht die Nachernte. Eine wirklich tolle Sache, wie wir finden.

Wichtiges Umdenken in der Gesellschaft

Das eben beschriebene Projekt ist nur eines von vielen welche gebündelt vor allem eines schaffen, ein Umdenken in der Gesellschaft. Und nur so, nämlich durch ständige Aufklärung und verschiedene Alternativen kann die Lebensmittelverschwendung gedämmt werden und schließlich der Gemüse Schönheitswahn beendet werden. So scheint es, dass auch die großen Supermarktketten langsam aufwachen und das krumme Gemüse mit in das Sortiment aufnehmen.

Fazit

Wie Du siehst, muss es nicht immer die perfekte Karotte oder der makellose Apfel aus dem Supermarkt sein. Das krumme Gemüse oder Obst steht dem normalen in nichts nach und ist einfach viel zu schade um vernichtet zu werden. Kleiner Tipp am Ende, falls es Dir möglich ist sprich doch einfach einen regionalen Landwirt in deiner Gegend direkt zu dieser Thematik an. Diese freuen sich in der Regel über dankbare Abnehmer!

8. Oktober 2017 0 Kommentare
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