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Interview mit Sarah vom Vegan-Blog “Vegan Guerilla”

Beitrag von ALLES-VEGETARISCH.DE 24. Januar 2017
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Stelle Dich und Deinen Vegan-Blog bitte kurz vor.
Ahoi, ich heiße Sarah und betreibe seit Oktober 2010 den Food-Blog „Vegan Guerilla“. Auf meinem Blog findet ihr in erster Linie Rezepte für jede Gelegenheit – über die Jahre haben sich mehrere hundert vegane Gerichte angesammelt. Kochen gehört zu meinen liebsten Beschäftigungen. Obwohl ich keine ausgebildete Köchin bin, habe ich in der Vergangenheit für verschiedene vegane Restaurants in der Küche gestanden. 2011 erschien außerdem mein erstes Kochbuch „Vegan Guerilla – die Revolution beginnt in der Küche“. Aktuell arbeite ich an einem neuen veganen Kochbuch, welches im Sommer 2017 im Ventil Verlag erscheinen wird.

Sarah vom Vegan-Blog "Vegan Guerilla"Darüber hinaus blogge ich auch über andere Themen mit Veganismus-Bezug, wie z.B. Filme und Bücher zu den Themen Tierrecht und Umweltschutz, Veranstaltungen, vegane Produkte und auch über meine Reisen.
Als Zuhause würde ich Hamburg bezeichnen, allerdings mit Einschränkung: Dort lebe ich seit etwa zehn Jahren, habe jedoch insgesamt ca. drei davon verschiedene Länder Lateinamerikas bereist und dort zum Teil gelebt. Daher spreche ich unter anderem auch Spanisch und Portugiesisch und habe kürzlich meinen Master in Lateinamerika-Studien beendet. Obwohl ich Hamburg liebe würde ich Europa gerne in ein paar Jahren den Rücken kehren um irgendwo in der Ferne und Wärme zu leben und dort am liebsten ein kleines Hostel mit veganem Café eröffnen. Privat kann ich nicht ohne meine tägliche Dosis Koffein, bin Schokoladen- und Avocado-Junkie, spiele einigermaßen Ukulele, singe dafür aber schlecht und habe am liebsten Punkrock auf den Ohren.

Warum hast Du Dich entschlossen zu bloggen und was sind Deine Lieblingsthemen (und warum)?
Das haben irgendwie andere für mich beschlossen: Das es “Vegan Guerilla” gibt, ist eigentlich einerseits meinem Exfreund und andererseits meinen damaligen KollegInnen zu verdanken. Irgendwo zwischen ab und an etwas gebackenes auf die Arbeit mitbringen, „gib mir mal das Keks-Rezept“ und „Fotografieren und Kochen sind doch eh deine Hobbys“ ging Vegan Guerilla online.
Meine Lieblingsthemen ergeben sich ohnehin aus dem Schwerpunkt meines Blogs: vegane Rezepte, die anderen Menschen zeigen sollen, dass es nicht schwer ist sich abwechslungsreich vegan zu ernähren, auch wenn im Alltag oft die Zeit fehlt stundenlang in der Küche zu stehen. Aufgrund meiner Leidenschaft für Lateinamerika und Reisen mag ich persönlich jene Gerichte am liebsten, die aus diesen Regionen inspiriert sind – schmeckt irgendwie nach Urlaub!

Was glaubst Du schätzen Leser von veganen Blogs am Meisten?
Inspirationen für den eigenen Teller und Hilfe beim Einstieg in ein veganes Leben.

Lebst Du selbst vegan, wenn ja wie lange schon und was war der Auslöser?
Mittlerweile lebe ich seit ca. sieben Jahren vegan. Vorher war ich längere Zeit Vegetarierin. Der Umstieg ging bei mir sehr schleichend vonstatten: Zunächst blieben frische Eier weg, dann verarbeitete Ei-Produkte, kurz darauf auch Milch. Zum Schluss „hakte“ es nur noch am Käse. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt viele VeganerInnen in meinem Umfeld und habe dann irgendwann beschlossen, mich für einen Monat testweise vegan zu ernähren. Allerdings zunächst heimlich, da mir einige Argumente meiner FreundInnen ziemlich auf den Sack gingen und ich der Überzeugung war, dass meine Ernährung als Vegetarierin ethisch korrekt sei. Aus diesen persönlichen Erfahrungen entstand später auch meine Art zu bloggen und die Tatsache, dass ich den Menschen lieber mit leckerem Essen statt erhobenen Zeigefinger zeigen will, dass eine vegane Küche und auch ein veganes Leben nicht nur easy machbar, sondern ebenso lecker sind. Eine Herangehensweise die bei mir damals sicherlich auch eher gefruchtet hätte, als die Argumente die mir als Veggie regelmäßig um die Ohren flogen – auch wenn selbst aus ethischen Gründen vegan lebe. Während meines „veganen Testmonats“ schaute ich jedenfalls viele Dokus, informierte mich über das Internet und durfte dabei feststellen, dass meine FreundInnen recht hatten. Entsprechend bin ich nicht nur bei der veganen Ernährung geblieben, sondern habe ich auch andere Bereiche meines Lebens umgestellt.

Ist Veganismus heutzutage weniger dogmatisch als noch vor 10 Jahren?
Das finde ich schwer zu generalisieren. Ich denke aber schon, dass sich mit der wachsenden Zahl an VeganerInnen und veganen Produkten auf dem Markt auch der Umgang mit dem Thema Veganismus geändert hat, facettenreicher und teils auch undogmatischer geworden ist.

Welches ist Dein Lieblingsprodukt/Deine Lieblingsmarke in unserem Shop und warum?
Da gibt es so viele, das ist echt schwer.
Der Vego-Schokoriegel ist verdammt lecker und die 150g Tafel hat wenigstens mal eine vernünftige Größe für Schokolade. Die Vantastic Foods Fleischersatz Produkte mag ich auch sehr gerne. Im Sommer sind die veganen Big Steaks mit leckerer selbstgemachter Marinade meinen absoluten Grill-Favoriten.

Wie stehst du zum Thema vegane Fleischalternativen, die aussehen und schmecken „wie das Original“?
Soja, Seitan und Tempeh mag ich sehr gerne. Produkte wie vegane Shrimps oder ganze „Enten“ finde ich persönlich allerdings ziemlich gruselig. Trotzdem finde ich es okay, dass es diese Produkte gibt – die Nachfrage besteht ja scheinbar auf dem Markt und natürlich ist es mir lieber, wenn dann jemand zur nachgebauten Fake-Ente greift als zur ehemals lebendigen.

Mit wem würdest Du gerne einmal vegan kochen, was würde es geben und wie romantisch ist die Tischdeko?
Mit Justin von The Lotus and the Artichoke. Haben wir schon mehrfach geplant, bisher hat es leider nicht geklappt. Auf den Tisch käme eine spannende Fusion-Küche aus der ganzen Welt. Ich bin nicht so der Deko-Fan und wähle daher als Tischdeko Bier.

Wo würdest Du gerne Deinen nächsten Urlaub verbringen und warum?
Am liebsten würde ich meinen Backpack packen und durch Ecuador, Venezuela und Kolumbien fahren. Das sind die letzten Länder Lateinamerikas die ich noch nicht kenne. Danach ist dann vielleicht auch mal ein neuer Kontinent an der Reihe.

Was ist das erste was Dir zu folgenden Stichworten einfällt?

[VERBOT VON FLEISCHNAMEN für vegane Produkte]
Fleischtomaten, Zimtschnecken, Babyöl, Jägerschnitzel, Baumkuchen…was für eine verwirrende Welt. Welch ein Drama, wenn da die vegane Bratwurst vegane Bratwurst heißt. Zumal ein Tier natürlich in Bratwurstform geboren wird.
Schmidt hat scheinbar keine anderen Probleme und verdient meiner Meinung nach selbst den Titel „Wurst“.

[Silvester FEUERWERK]
Unnötiger Müll und Lärm. Finden nicht nur Hunde scheiße, ich verkrieche mich da lieber auch.

[B12]
Sollte man als VeganerIn durchaus supplementieren. Ich bin schlecht im an-Tabletten-denken und nutze daher am liebsten die B12-Zahnpasta von Santé.

 

ZUM BLOG: Vegan Guerilla

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1 Kommentar

der Pepe 24. Januar 2017 um 13:25

Das ist ja toll!

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