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Interview mit Anna vom Vegan-Blog “Vegfoodlove”

Beitrag von ALLES-VEGETARISCH.DE 20. Januar 2017
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Stelle Dich und Deinen Blog bitte kurz vor.
Ich bin Anna, 31 Jahre alt und blogge auf “Vegfoodlove” über gesunde, vegane Ernährung und Rezepte – vom frittierten Tofu über indische Spezialitäten bis zum Rawfood-Dessert. Außerdem stelle ich interessante pflanzliche Produktalternativen vor – von der Hafermilch bis zum Nuss-Käse – aber nur solche, die ich auch selbst gern esse und weiter empfehlen kann.
Die Grundidee ist: fleischloses und pflanzlich-basiertes Kochen und Zubereiten soll auch für Unentschlossene und Unerfahrene interessant und umsetzbar werden – deshalb poste ich auch keine ellenlangen Zutatenlisten, sondern setze bei den Basics an. Wer mehr möchte, kann dann in die Rubriken „Weltenbummler“ und „Kochprofis“ schauen!

 

Warum hast Du Dich entschlossen zu bloggen und was sind Deine Lieblingsthemen (und warum)?
Ich wollte schon lange ein Sprachrohr, um über vegane Inhalte zu schreiben – und Menschen anzusprechen, die dafür offen Anna vom Vegan-Blog "Vegfoodlove"sind. Dafür ist ein Blog ideal. Am liebsten blogge ich über Themen, bei denen ich meinen Horizont erweitern kann: mal ist das ein chinesisches Wok-Gemüse, mal ein Messebesuch bei der Veggienale. Meine Lieblingsthemen sind aber die Weltenbummler-Rezepte aus aller Welt – und die „Zuckerfrei“ Rubrik.
Vegetarisch und vegan zu leben ist für mich eine Selbstverständlichkeit – für die meisten Menschen aber eben nicht. Deshalb möchte ich eine Starthilfe leisten – und für mich selbst den gesündesten Weg herausfinden. Denn: vegan leben heißt zwar ethisch, jedoch nicht gleich automatisch gesund leben. Ernährungswissen braucht man auch als Veganer. Viele vegane Hersteller haben sich leider noch nicht von der Zuckerlobby befreit – das ist schade und wird sich in Zukunft hoffentlich noch ändern.

Was glaubst Du schätzen Leser von veganen Blogs am Meisten?
Neben der Inspiration in Form von Rezepten, Produktalternativen und Videos ist natürlich der Mehrwert entscheidend. Bei Vegfoodlove ist das der Eventkalender für vegane Messen und Street Food Märkte und die Rubrik „Cityguide“, in der ich über ausgewählte Locations in Deutschland und weltweit berichte. Als Leserin inspirieren mich übrigens besonders grafisch ansprechende Vegan-Blogs mit ästhetischen Fotostrecken.

Lebst Du selbst vegan, wenn ja wie lange schon und was war der Auslöser?
Ich lebe zu 80 Prozent vegan und zu 20 Prozent vegetarisch. Seit meinem 12. Lebensjahr ernähre ich mich aus freier Entscheidung vegetarisch – für mich war das Mitgefühl mit Tieren der Auslöser, nachdem ich bei einer Italienreise in direkten Kontakt mit Bauernhoftieren kam. Meine Familie war immer rücksichtsvoll und bemüht mir als Teenager alternative Gerichte anzubieten. Mittlerweile bin ich selbst Mutter und freue mich, dass meine komplette Familie vegetarisch lebt. Wir befürworten eine vegane Lebensweise und deshalb stehen bei uns im Kühlschrank fast ausschließlich vegane Produkte. Gästen biete ich zum Beispiel lieber eine Soja- oder Hafermilch zum Kaffee an, denn ich möchte bei der Ausbeutung in der Milch-Industrie nicht länger mitmachen.

Ist Veganismus heutzutage weniger dogmatisch als noch vor 10 Jahren?
Auf jeden Fall. Wer heute vegan lebt, hat kein Außenseiter-Image mehr. Sogar in deutschen Kleinstädten ist das vegane Angebot mittlerweile angekommen und weckt reges Interesse. Leider ist das vegan Leben deshalb nicht unkomplizierter geworden. Neulich habe ich eine afghanische Ofenkartoffel mit Aubergine und Okra bestellt und hatte dann plötzlich Käse und Sauerrahm als Topping.
Ich muss aber zugeben: Wer sich vor allem in vegetarisch-veganen Kreisen bewegt so wie ich und dann auch noch bevorzugt im Bioladen, Reformgeschäft oder Internet-Fachhandel einkauft, bekommt oft nur noch einen Bruchteil der Realität mit – umso schockierter bin ich jedes Mal, wenn ich feststelle, wie fest der Fleisch- und Milchkonsum in so vielen Haushalten und Köpfen immer noch verankert ist.

Welches ist Dein Lieblingsprodukt/Deine Lieblingsmarke in unserem Shop und warum?
Ich habe kürzlich den veganen Scheibenkäse Simply V „Kräuter“ ausprobiert und war echt beeindruckt, dass man aus Mandeln (!) eine so fantastisch schmeckende Käse-Alternative kreieren kann. Viele vegane Käse-Alternativen haben in puncto Geschmack und Festigkeit noch deutlich Potenzial für Verbesserung, aber dieser Mandel-Käse mit Knoblauch und Kräutern hat mich wirklich überzeugt. Meine Lieblingsmarke ist übrigens Oatly: die Hafermilch aus Schweden bestelle ich online auf Vorrat und verwende sie für Milchschaum im Kaffee. Auch mit Sahneersatz habe ich gute Erfahrungen.

Wie stehst du zum Thema vegane Fleischalternativen, die aussehen und schmecken „wie das Original“?
In meinen ersten vegetarischen Jahren habe ich keinerlei pflanzliche Wurst- und Fleisch-Alternativen konsumiert, weil ich immer den Gedanken an das Tier dabei hatte und fand, dass man die industrielle Form von totem Tier nicht imitieren muss. Inzwischen esse ich auch mal ein Sojawürstchen oder eine vegane Salami. Es gibt etliche gut schmeckende Produkte – ob Imitat oder nicht. Trotzdem würde ich immer eine Frikadelle aus frisch geraspeltem und gebratenem Gemüse, Hirse & Co. bevorzugen, da ich Fertigprodukte generell eher ablehne und in vielen Fleischalternativen leider Zucker enthalten ist.

Mit wem würdest Du gerne einmal vegan kochen, was würde es geben und wie romantisch ist die Tischdeko?
Ich würde mich gerne noch mehr in Clean Eating vertiefen und hätte Spaß daran, mal eine komplett rohvegane Mahlzeit zuzubereiten. Das könnten zum Beispiel Buchweizenknödel in einer superfrisch gemixten Kräutersoße sein. Als Expertin an meiner Seite würde ich mich mit der holistischen Food Bloggerin Sarah Britton aus Kanada treffen – sie zaubert fantastische Gerichte aus Kräutern, Nüssen, Samen und anderen Superfoods. Vitamine und Nährstoffe pur!
Tischdeko? Mir gefällt die Esskultur der Japaner am besten: sitzend auf dem Boden mit Sitzkissen und, wenn überhaupt, einem Mini-Tisch. Oder im Freien essen, im Garten oder einem Park, das ist auch schön.

Wo würdest Du gerne Deinen nächsten Urlaub verbringen und warum?
In Indonesien – weil es dort gerade für Veganer und Vegetarier so interessantes Essen gibt und ich gerne mal einen Kochkurs vor Ort machen würde. Fremdländisches Essen zieht mich magisch an – die deutsche Küche ist für Veganer aus meiner Sicht ziemlich langweilig.

Was ist das erste was Dir zu folgenden Stichworten einfällt?

[KUNSTPELZ]
Ich fand Pelz noch nie attraktiv – warum soll man mit etwas herumlaufen, das wie Tierfell ausschaut? Aber für eine vegane Fashionista ist das vielleicht ein guter Kompromiss.

[Veganes TIERFUTTER]
Wird leider viel zu oft belächelt. Ich werde das in Kürze bei unserer Katze testen.

 

ZUM BLOG: Vegfoodlove

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1 Kommentar

Oh my Seitan! Veggie Döner Kebab – vegfoodlove.de 11. Februar 2017 um 15:33

[…] Hast du schon das Blogger-Interview mit mir auf Alles-vegetarisch.de gelesen? Nein? Dann […]

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